Flor de Apía


Apia Spezialitätenkaffee Kolumbien Kaffee Espresso

Flor de Apía, die „Blume Apías“, ist eine Kaffee-Farm in Apía, einer Gemeinde die in der Region Risaralda von drei Nationalparks umgeben im kolumbianischen Hochland liegt. Unter hervorragenden klimatischen Bedingungen gedeihen hier auf mehr als 1.600 Meereshöhe auf vulkanischen Böden erstklassige Spezialkaffees aus kolumbianischen Varietäten der Arabica-Bohne.

 

Mario Alexander Grajales Lotero, der als Besitzer von Flor de Apía auch das operative Geschäft selbst leitet, hat sich dem Anbau von Spitzenkaffees verschrieben. Im Oktober 2015 hat Alimado Flor de Apía besucht. Hier hatten wir die Möglichkeit, uns intensiv mit den Gegebenheiten vor Ort zu beschäftigen, Arbeitsweisen kennenzulernen, mit den Angestellten zu reden und natürlich viel erstklassigen Kaffee zu probieren. Seit den Anfängen als klassische kleinbäuerliche Finca, hat sich Flor de Apía im Laufe der Zeit einen Namen in Kolumbiens Spezialkaffee-Szene gemacht ‑ durch konsequenten Einsatz von umweltverträglichen Anbaumethoden und modernen Maschinen für die Weiterverarbeitung.

 

Flor de Apía begreift ihre Anbauflächen als geschlossenes Ökosystem, bei dem anfallende Abfälle und Abwässer wiederverwertet werden. Beim Anbau wird großer Wert auf Artenvielfalt gelegt. Große Bäume spenden den Kaffeepflanzen Schatten und schützen sie vor Wind sowie vor zu starker Sonneneinstrahlung. Die Anbaufläche wird zur Heimat zahlreicher Vogelarten, die auf natürliche Weise helfen, die Anzahl von Schädlingen zu begrenzen.    

Apia Direkthandel Spezialitätenkaffee Kolumbien Alimado
Besuch bei unseren Partnern von Flor de Apía im Oktober 2015: v.l.n.r. Mario Alexander (Flor de Apía), Bodo (Alimado), Junier (Flor de Apía)

Geerntet wird bei Flor de Apía noch auf traditionelle Weise. Die Kaffeekirschen werden handverlesen, um zu gewährleisten, dass nur reife Bohnen weiterverarbeitet werden. Im Anschluss an die Ernte werden die Kaffeekirschen nass aufbereitet, zwölf Stunden fermentiert und in der Sonne getrocknet. Bei der so genannten nassen Aufbereitung wird traditionell sehr viel Trinkwasser benötigt. Flor de Apía verwendet hierbei Wasser aus einer eigenen Quelle. Nach Gebrauch wird es in langwierigen Verfahren gereinigt und erneut verwendet. So kann der Wasserbedarf um ca. 80 Prozent reduziert werden.

Flor de Apía engagiert sich auch auf lokaler Ebene. Die Farm ist aktives Mitglied in mehreren Verbänden, um ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum der ansässigen Kleinbauern zu erreichen und so den Kaffeeanbau ökologisch und sozial zu verbessern. Aus diesem Grund initiierte Flor de Apía den Kleinbauern-Verband „Procafé“ dem zurzeit 25 teilnehmende Kleinbauern aus Apía angehören. Der Verband organisiert Fortbildungen, um den Kleinbauern Anbau und Ernte von qualitativ hochwertigen Kaffees zu erleichtern. Der Verband fungiert außerdem als Verkaufsgenossenschaft, kauft die reifen Kaffeekirschen bei den Kleinbauern zu der Qualität angemessenen, überdurchschnittlichen Preisen an, verarbeitet sie bis zum Endprodukt weiter und organisiert den Vertrieb zentral.

Das hat viele Vorteile für die Kleinbauern:

 

  • Keine Kosten für Anschaffung und Wartung teurer Maschinen.
  • Geringere Risiken von Ernteverlusten, die durch unsachgemäße Weiterverarbeitung und Trocknung der Kaffeekirschen entstehen können.
  • Beratung durch den Verband zur Verbesserung der Anbaumethoden, Erhöhung der Produktivität und Gewährleistung der Qualität des Kaffees.
  • Unterstützung beim Zugang zu Bio- oder Fair-Trade-Zertifizierungen.
  • Gesundheitliche Versorgung der Kleinbauern und deren Familien.
  • Bereitstellung von Schulmaterialien für die Kinder der Kleinbauern.
  • Förderung der Diversifikation des Anbaus von Nutzpflanzen zur Grundsicherung der Versorgung mit Lebensmittel der Kleinbauern und deren Familien.
  • Sichere Abnahme des Kaffees durch den Verband zu einem überdurchschnittlichen Preis.

 

Wie groß die Vorteile sind, zeigt sich, wenn  man sich die Verhältnisse der Großzahl der kleinen Kaffeebauern in Kolumbien vor Augen führt. Hier fehlt es oft an einfachsten Hilfsmitteln, Kenntnissen über die Qualität des jeweiligen Kaffees und Fertigkeiten bei der Weiterverarbeitung. Die Beratungsleistung und Weiterverarbeitung des Kaffees durch den lokalen Verband führt zur Verbesserung der Kaffeequalität, garantiert überdurchschnittliche Preise und damit höhere Einkommen der Kleinbauern. Das verbessert einerseits  die Lebensbedingungen der Kleinbauern und ihrer Familien nachhaltig und führt andererseits auch zu einer Emanzipation der Kleinbauern gegenüber nationalen Großhändlern.

 

Obwohl es zweifellos richtig ist, dass die Beteiligung der Kleinbauern bei „Procafé“ auch zu einer Art Abhängigkeit vom Verband führt, sind die Vorteile so groß, dass wir diese Kampagne sehr unterstützen.